Expertentipps einer Tierheilpraktikerin
für sichere Sommerbegleitung.
Der Sommer bringt für unsere Pferde eine besondere Herausforderung mit sich: Hitze, Schweißverlust und die damit verbundene Belastung des gesamten Organismus. Als Tierheilpraktiker habe ich festgestellt, dass viele Pferdebesitzer in den warmen Monaten mit typischen Problemen kämpfen. Von Dehydration über Elektrolyt-Ungleichgewichte bis hin zu mangelndem Appetit und Müdigkeit.
Die gute Nachricht: Mit ganzheitlichen, naturheilkundlichen Ansätzen kannst du dein Pferd optimal durch den Sommer begleiten, ohne dabei auf chemische Zusatzstoffe zurückgreifen zu müssen. In diesem Artikel möchte ich dir bewährte Strategien aus der Naturheilkunde vorstellen, die deinem Pferd helfen kann, die Hitze besser zu überstehen und die Vitalität zu bewahren.
1. Physische Abkühlung und Temperaturmanagement
Wasser ist dein bester Freund:
Dusche und Abkühlung mit Bedacht: Entgegen manchem Rat ist kaltes Duschen unmittelbar nach Anstrengung nicht ideal. Der Körper ist überhitzt und schließt die Poren, wenn kaltes Wasser kommt. Besser: mit warmen oder lauwarmen Wasser langsam abspülen, beginnend an den Beinen und zum Rücken vorarbeitend. So kann der Körper die Temperatur graduell senken.
Sprühnebel und Ventilator: Bei richtig extremer Hitze ohne Wind ist diese Kombination ein Gamechanger in deinem Stall. Eine kleine Sprühnebelanlage ist schnell und kostengünstig gebaut. Sie senken an heißen Tagen die Temperatur durch Verdunstungskälte um bis zu 9 bis 10 °C und binden effektiv Feinstaub.

2. Ernährung anpassen: Leicht verdaulich und kühlend
Der Sommer ist nicht die Zeit für schwere, konzentrierte Kraftfuttermischungen. Der Verdauungsprozess erzeugt Wärmung im Körper, ein Effekt, den wir in der heißen Jahreszeit minimieren möchten.
Naturheilkundliche Ernährungsprinzipien:
- Hochwertige Heuqualität statt Kraftfutter: Gutes Heu ist die beste Basis. Es ist leicht zu verdauen, wenn es richtig angeboten wird, und belastet den Organismus weniger als konzentrierte Getreidemischungen. Dies gilt auch, wenn dein Pferd im Sommer auf der 24h auf der Weide steht.
- Kühle Kräuter in die Fütterung: Kräuter wie Brennnessel, Johanniskraut, Giersch und Malve haben in der Naturheilkunde eine kühlende Wirkung. Sie wirken entgiftend und unterstützen die Verdauung ohne zusätzliche Wärmung. Frische Kräuter vom Weiderand sind im Sommer besonders wertvoll.
- Apfel und Karotte als natürliches Elektrolyt-Gemüse: Diese Gemüsesorten versorgen das Pferd mit natürlichen Mineralien und werden von den meisten Pferden gerne gefressen, auch wenn der Appetit durch die Hitze reduziert ist.
3. Hydration und Elektrolyt-Balance ...
... ist die Grundlage der Hitzegesundheit. Das zentrale Problem: Schweiß ist nicht einfach nur Wasser – er enthält wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium. Wenn dein Pferd während körperlicher Anstrengung oder durch die bloße Hitze stark schwitzt, verliert es diese wertvollen Mineralien. Ein Defizit führt schnell zu Muskelkrämpfen, Schwäche und sogar zu einer verminderten Trinkbereitschaft.
- Frisches, kühles Wasser ad libitum: Stelle sicher, dass dein Pferd jederzeit Zugang zu sauberem, frischem Wasser hat. Viele Pferde trinken lieber kühles Wasser, ein Schattendach über dem Tränkeplatz ist daher wertvoll.
- Kräuter-Elektrolyt-Mix: Anstelle synthetischer Elektrolytpulver empfehle ich einen natürlichen Mix aus getrockneten Kräutern und Mineralstoffen. Brennnessel, Schachtelhalm und Hirtentäschel enthalten natürliche Mineralstoffe in hoher Konzentration. Eine Handvoll dieser Kräuter ins Futter gemischt, unterstützt den Körper dabei, Elektrolyte auf natürliche Weise zu regulieren.
- Salzlecksteine und salzhaltige Futtermittel: Ein freier Zugang zu einem natürlichem Salzleckstein ermöglicht es deinem Pferd, seinen Natrium-Bedarf selbst zu regulieren. Meersalz-Brocken, Steinsalz-Brocken oder Himalaya-Salzsteine sind hochwertige Optionen.

4. Umgebungsgestaltung
- Schatten und Luftzirkulation: Ein stabiler oder Unterstand mit freier Luftzirkulation ist essentiell. Bäume pflanzen ist hier der beste Schutz vor Sonne, denn natürlicher Schatten ist unschlagbar. Doch auch mit einem Sonnensegel kannst du schon viel bewirken.
- Nachtauslauf: In den heißesten Monaten sollte der Weidegang in den frühen Morgen und in die Nacht verlegt werden, wenn es kühler ist.
EXTRATIPP für STROY Nutzer
- Bewässerte Einstreu für natürliche Verdunstungskühlung: Ein einfacher, aber hocheffektiver Trick aus der Praxis: Bewässere deine STROY Einstreu regelmäßig mit Wasser. Die Einstreu speichert die Feuchtigkeit und gibt sie langsam ab. Wie ein Schwamm. Dies erzeugt eine natürliche Verdunstungskühlung. Zusätzlicher Bonus: Die Feuchtigkeit hält die Hufe elastisch und gesund, was besonders wichtig ist, da Hitze und Trockenheit zu Hufproblemen führen können. Praktischer Tipp: Bewässere die Einstreu 1-2 Mal täglich, dein Pferd wird sich sofort in die kühle Einstreu stellen und die wohltuende Verdunstungskühlung nutzen.
5. Unterstützung mit Phytotherapie und Naturheilmitteln
Die Naturheilkunde bietet viele Pflanzen, die den Körper bei der Hitzeregulation unterstützen. Folgende Kräuter kannst du zusätzlich in unterschiedlichen Wassereimern anbieten. Dazu füllst du einfach die Eimer und gibst die Kräuter hinein. Es ist super spannend zu beobachten, welches Pferd welcher Kräuter am liebsten trinkt.
Empfehlenswerte Kräuter:
- Brennnessel: Reich an Mineralien, entgiftend und kühlend. Ideal als Teekalt-Ansatz, den du ins Wasser gibst.
- Johanniskraut: Wirkt beruhigend und temperaturregulierend. Etwa 50g pro Tag unterstützen den Umgang mit Hitzebelastung.
- Schachtelhalmtee: Versorgt mit Kieselsäure und festigt das Bindegewebe, was unter Hitzestress besonders wertvoll ist.
- Giersch und Schafgarbe: Diese Wildkräuter haben eine ausgleichende Wirkung auf den Flüssigkeitshaushalt.
Das KI Bild veranschaulicht die Idee der Kräutereimer. Empfehlung: Für den Kräuterauszug mache jeweils einen Teeaufguss und verdünne diesen dann im Wassereimer. Dein Pferd kann nun selbst entscheiden.

Fazit
Hitze ist für Pferde eine natürliche Herausforderung, aber keine Krankheit.
Mit den richtigen ganzheitlichen Maßnahmen – korrekter Hydration, leichter Ernährung und phytotherapeutischer Unterstützung – können Pferde den Sommer nicht nur überstehen, sondern diesen auch genießen.
Wichtig ist, dass du die Signale deines Pferdes erkennst: Apathie, starker Gewichtsverlust oder anhaltende Leistungsverschlechterung sind Zeichen, dass Intervention nötig ist. Vertrau auf die Natur, beobachte dein Pferd aufmerksam, und scheue dich nicht, einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt zurate zu ziehen. Dein Pferd wird es dir danken.
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Auf geht´s durch einen wundervollen Sommer mit deinem Pferd.
Wichtiger Hinweis!
Bitte beachte, dass der Artikel die Arbeit eines Tierarztes oder Tierheilpraktikers nicht ersetzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden suche bitte einen solchen auf. Theoretisches Wissen ist eine gute Ergänzung, bestehende Behandlungen oder Medikationen sollte aber dennoch weitergeführt werden.